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Traumatherapie In unserer Praxis bieten wir (Hanna und Manfred Reichert) jetzt auch Traumatherapie (Somatic Experiencing nach Peter Levine) für Erwachsene und Kinder an. Trauma und Traumatherapie: Wir können zwei Formen von Traumata unterscheiden: 1. Das sogenannte Schock-Trauma z.B. bei einem Unfall und 2. das Beziehungs-Trauma. Bei einem Schock-Trauma geschieht zu viel zu schnell zu heftig; das Schock-Trauma beschreibt ein Ereignis, das in seiner Heftigkeit die Reaktionsmöglichkeiten des Körpers überfordert und ihn zu einer "Notreaktion" zwingt, die aber nicht zu einer Lösung aus der traumatischen Erfahrung führt. Die zweite Form, das Beziehungs-Trauma, beschreibt insbesondere die frühen Erfahrungen des Säuglings und Kleinkindes mit seiner sozialen Umgebung (siehe auch Affekt-Regulierung). Auch hier gibt es von etwas zu viel, aber auch zu wenig, doch zeichnet sich das Beziehungs-Trauma dadurch aus, dass sich ungünstige Erfahrung über einen langen Zeitraum wiederholt; Beziehungstraumata haben zu tun mit Vernachlässigung und Missbrauch in der frühen Kindheit. "Die psychobiologische Antwort des Säuglings auf Trauma zeigt zwei Antwort-Muster: Übererregung und Dissoziation. Im ersten Stadium von Gefahr wird ein Bündel von Alarmreaktionen in Gang gesetzt, in dem die sympathische Komponente des autonomen Nervensystems plötzlich und signifikant aktiviert wird: beschleunigter Herzschlag, erhöhter Blutdruck und Muskeltonus, schnellere Atmung, Hyper-Wachsamkeit. Verzweiflung wird ausgedrückt durch Weinen und Schreien. Die andere, später sich entwickelnde Antwort des Kindes auf Traumata ist Dissoziation, in der sich das Kind aus den Stimuli der externen Welt heraus nimmt und in eine innere Welt zurückzieht. Die kindliche Dissoziation inmitten des Terrors schließt Empfindungslosigkeit, Vermeidung, Fügsamkeit und unterdrückte Affekte mit ein. Man beobachtet an traumatisierten Kindern, dass sie mit glasigem Blick in die Ferne starren. Damit reagiert das parasympathische System in hoffnungslosen Stress-Situationen und versucht, die Aufmerksamkeit abzulenken, ungesehen' zu werden." (Allan Schore, 2001b, www.trauma-pages.com, Übersetzung: Hanna Reichert) Die Erkenntnisse aus der Traumaforschung, Übererregung und Dissoziation, scheinen uns für eine therapeutisch achtsame Arbeit unerlässlich. Erneute Übererregung, wie sie viele Therapien oft sogar provozieren, wirkt auf traumatisierte Menschen - und die meisten Menschen haben in ihrer Biographie Traumata erlebt - erneut traumatisierend und hat eher schädliche Wirkung. Auch in der Gestalttherapie werden Gefühle oft ausagiert oder Übungen angeboten, die retraumatisieren. Doch wir müssen die Erkenntnisse der Traumaforschung berücksichtigen, müssen Übererregung und Dissoziation erkennen können, damit wir in der Lage sind, mit traumatisierten Menschen sorgsam und wirksam zu arbeiten. Die Arbeit mit "Sensory Awareness", wie sie von Peter Levine und anderen entwickelt wurde, eine feine Spür-Arbeit, die auf Übererregungen und Dissoziationen achtet und immer wieder zu einer "sicheren Basis" zurückführt, zeigt uns einen Weg zum therapeutischen Umgang mit Traumatisierungen. |